#kir20bc

Am 1. Mai war ich das erste Mal auf einem BarCamp.

Was ist ein BarCamp? Nun, jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ist aktiv und passiv dabei. Zuhause hatte ich eine kleine Präsentation vorbereitet und wunderte mich im Vorfeld, dass es keine Agenda gab. Diese wurde erst nach der Begrüßung zusammen gestellt: Wer etwas präsentieren wollte, stellte sein Thema kurz vor. Danach ging es an die Planung: Vier Räume standen zur Verfügung, teilweise ohne Beamer, und so musste alles „unter einen Hut“ gebracht werden.

Knapp 50 Leute (Nerds?) waren gekommen, um über Themen des Web2.0 und Kirche zu diskutieren. Organisiert hatte das Internetportal evangelisch.de die ganze Sache. Einige Leute kannte ich aus Twitter (www.twitter.com), dem Twittertreffen („Tweetup“) vom Kirchentag in Bremen, die meisten kannte ich nicht. Schnell wurden die Twitternamen ausgetauscht, damit wir uns gegenseitig folgen konnten („Followers“). Alle Kurznachrichten („Tweets“) wurden mit einem Kennzeichen („Hashtag“) versehen: #kir20bc. Damit wurde eine Webseite aufgebaut („Twitterwall“), die alle Tweets, die mit dem Hashtag gekennzeichnet waren, auf einen Blick zeigte. Auf diese Weise war es dann später möglich, immer auch mitzubekommen, was in den parallelen Veranstaltungen so passiert ist.

Nach der Planung des Tages ging es los: die eigenen Veranstaltungen („Sessions“) zusammen stellen. Eine Session war klar: Wo ich selbst vortragen wollte, sollte ich nicht fehlen. Ansonsten habe ich mir sagen lassen, dass es ein ungeschriebenes Gesetz bei Barcamps gibt, dass die interessantesten Sessions grundsätzlich gleichzeitig in verschiedenen Räumen stattfinden …

Schnell zeigte sich der Vorteil der „basisdemokratischen Organisation“: Interessante Vorträge und Diskussionen, sehr lebhaft. Da alle mit dem Verständnis „aktiv und passiv“ gekommen waren, fanden die Diskussionen auf gleicher Augenhöhe statt. Natürlich muss nicht jeder alles verstehen (also mir ist Drupal einfach zu kompliziert …), aber wenn ich das Gefühl habe, die Session, in der in gelandet bin, ist für mich nicht die richtige – parallel laufen noch zwei weitere, dann wechsel ich halt den Raum. Manchmal waren die Räume dann auch zu klein, dann wurde improvisiert …

evangelisch.de hatte die Veranstaltung hervorragend organisiert – nochmals herzlichen Dank euch allen. Einschließlich Getränke und Mittagessen, und abends eine Feier. Für mich hat dieser Tag unheimlich viel Ermutigung gebracht: Web2.0 und Social Media sind moderne Schlagworte, aber nur wenige können etwas damit anfangen und wissen so richtig, wie man am besten damit umgeht.

Auf dem BarCamp habe ich ganz viele Leute kennen gelernt, die ähnlich denken und ähnliche Ideen für moderne kirchliche Öffentlichkeitsarbeit haben, und diese Erkenntnis und der Austausch haben unheimlich gut getan. Nachdem ich beispielsweise in meinem Vortrag gesagt habe, dass ich nach der äußerst geringen Resonanz, die das Twitterangebot unserer Gemeinde hat, nicht motiviert bin, eine Anbindung an Facebook zu realisieren, wurde ich durch die Anregungen der anderen ermutigt, es doch zu versuchen, weil der Verbreitungsgrad von Facebook einfach deutlich größer ist. Tatsächlich hat eine kurze Recherche ergeben, dass es bei Facebook einige Nutzer gibt, die als Ort Sankt Augustin angegeben haben, während dies bei Twitter nur sehr wenige sind. Der Entschluss ist also gefasst: Unsere Gemeinde wird es bald auch bei Facebook geben, vielleicht ist es auch schon so weit, wenn dieser Artikel erscheint – auf jeden Fall ist die Anbindung in Arbeit …

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